Affaire Uli Hoeneß

Es ist wohl momentan das vorherrschende Thema in den Medien: Uli Hoeneß und seine Selbstanzeige hinsichtlich seiner Steuern. Von allen Seiten bekommt er nun in den Medien und bei Umfragen unter Menschen mächtig Prügel.

Doch ist dies richtig? Hat ein Mann, der solche Verdiensten für Deutschland und den deutschen Fußball geleistet hat, dies verdient? Kann man jemanden vorverurteilen, obwohl die genauen Hintergründe und Beweggründe für die Selbstanzeige noch gar nicht bekannt sind?

Tacheles.biz meint: Nein!

Was ist eigentlich eine strafbefreiende Selbstanzeige? Ist dies schon sofort ein Eingeständnis einer Straftat der Steuerhinterziehung? Nein! Es ist nichts anderes, als eine Korrektur einer Steuererklärung, um nachträglich ehemalige Angaben zu korrigieren. Damit, dass der Selbstanzeiger ein böser, verwerflicher Mensch ist, hat das Ganze in diesem Stadium noch nichts zu tun. Doch schon beim ersten Bekanntwerden alleine dieser Selbstanzeige zerrissen sich diverse Medien wie Bild und RTL die Mäuler. Die Vorverurteilung begann sofort.

Wir wollen an dieser Stelle nicht die mögliche im Raume stehende Straftat verharmlosen. Doch man solle erst einmal den Ausgang eines Verfahrens abwarten, bevor man ein öffentliches Urteil fällt. Gleiches gilt für uns auch im Falle des zurückgetretenen Bundespräsidenten Wulff.

Zudem sollte man auch mal in der Presse offenlegen, wenn man schon angebliche Summen der Hinterziehung nennt, welche Summen Herr Hoeneß jedes Jahr an den deutschen Fiskus tatsächlich abgeführt hat und welche Summen er gemeinnützig gespendet hat. Dann könnte sich der ganze Fall (wir sagen bewusst “könnte”, da wir auch keinen genauen Einblick haben) relativieren. Ist es wirklich absolut verwerflich, wenn ein Mensch z. B. im Jahr brav 10 Millionen Euro Steuern abführt und 100.000 Euro am Fiskus vorbeimogelt? Ist dies dann denn nichts anderes aus moralischer Sicht, als wenn Otto Normalbürger bei seiner Steuererklärung bei den täglichen Kilometern bei der Fahrt zur Arbeit anstatt 50 Kilometer 55 Kilometer angibt? Klar, die absolute Schadenshöhe ist natürlich eine andere, aber aus moralischer Sicht ist das eine nicht verwerflicher als das andere. Also sollten alle, die im Glashaus sitzen, nicht mit Steinen werfen. Bloss muss man im ersteren Fall gegebenenfalls ins Gefängnis. Der Kinderschänder von nebenan dagegen kommt mit einer Bewährungsstrafe davon.

Bei den momentanen Äußerungen diverser Politiker kann man echt kotzen (entschuldigen Sie diese Aussage, aber wir wollen ja Tacheles reden). Wass Herr Steinbrück und Herr Gabriel nun so von sich geben, naja, der Wahlkampf hat offensichtlich voll begonnen. Nun will man die Leute für blöd verkaufen und es so darstellen, dass die Selbstanzeige von Hoeneß ein Verdienst der SPD und Grünen ist. Das ist doch lachhaft! So kann man auch von der eigenen Unfähigkeit ablenken. Liebe SPD und Grüne, macht doch noch höhere Steuersätze und drängt damit doch noch mehr Personen in die Kriminalität. Das ist wahrlich ein taugliches Mittel.

Eines ganz Klar: Steuerhinterziehung ist sicherlich kein Kavaliersdelikt. Sie gehört auch in irgendeiner Weise bestraft. Aber mit Gefängnisstrafen bestraft sich der Staat letztendlich nur selbst. Wenn wir die Stützen unserer Gesellschaft (und da gehört ein Hoeneß dazu, ob er nun hinterzogen hat oder nicht) umhauen, um bildlich zu sprechen, und diese Stützen für 10 Jahre wegsperren, wer verdient denn dann für den Fiksus das Geld und zahlt die Steuern?

So, das war es für heute, das musste einmal gesagt werden!

Aprilscherz: Geschlechtsneutrale StVO

Der Gesetzgeber (huch, darf man das eigentlich noch sagen) hat sich passend zum 1. April mit der neuen Straßenverkehrsordnung einen richtigen Aprilscherz ausgedacht. Nein, diesmal sind es nicht die heimlichen Steuererhöhungen durch höhere Bußgelder, was ja schon schlimm genug ist.

Es ist die so schlimme männliche Form der Gesetzestexte. Diese arge Diskriminierung von Frauen, die unterbunden werden musste. Da war dringend Handlungsbedarf nötig, da ansonsten die Millionen von deutschen Frauen auf die Barikaden gegangen werden. Wie kann man nur “Der Fußgänger” sagen? Liebe Männer, wer hat sich solch eine böse Formulierung ausgedacht? Viel besser klingt doch nun “Wer zu Fuß geht”, oder nicht?

Das ist doch dann im Sinne der Gleichberechtigung völlig überfällig! Man, man, man! Haben wir in unserem Land wirklich keine anderen Probleme? Manchmal könnte man meinen (da wollen wir mal Tacheles reden), dass der ein oder andere politisch Verantwortliche einen Lattenschuss hat. Oder besser in seinen Worten gesprochen:

“Wer politisch aktiv ist und falsche Entscheidungen trifft, das ist derjenige, den das runde Dinge an das Kopf getroffen hat”

So, das musste heute mal gesagt werden!

Übrigens fühlen wir Männer uns auch benachteiligt und diskriminiert.

Warum heißt es immer noch die Schule, die Kirche usw?

Viel besser wäre doch “Wo man was lernt” oder “Wo man betet” usw. usw.

Aber da hinken wir wohl der Zeit noch lange hinterher.

PS: “Die Straßenverkehrsordnung” geht ja nun wohl gar nicht mehr. Lieber Gesetzgeber, da mach mal was!